Ausstellung und Filmreihe.
»Die Architekten« Drama, DDR 1990, 97 Min., Regie: Peter Kahane
"Freiheit und Zensur.Filmschaffen in der DDR zwischen Anpassung oder Opposition". Ausstellung und Filmreihe.
Im Weltecho wird vom 15.05. bis 20.05. die Ausstellung: "Freiheit und Zensur.Filmschaffen in der DDR zwischen Anpassung oder Opposition." zu sehen sein. Anhand ausgewählter DEFA-Filme aus der staatlichen DDR-Filmproduktion wird jüngere deutsche Geschichte (1946-1990) und die Einflussnahme der DDR-Politik auf Film, Kultur und Gesellschaft dargestellt und aufgearbeitet. An jedem Abend wird ein anderer Filmklassiker wie z.B. "Die Spur der Steine" oder "Berlin Ecke Schönhauser" gezeigt.
»Die Architekten« Drama, DDR 1990, 97 Min., Regie: Peter Kahane, Darsteller: Kurt Naumann (Daniel Brenner), Rita Feldmeier (Wanda Brenner), Uta Eisold (Renate Reese), Ute Lubosch (Franziska Scharf), Catherine Stoyan (Elke Krug), Andrea Meissner (Barbara Schneider), Jörg Schüttauf (Wilfried Berger), Hans-Joachim Hegewald (Albrecht Wischala), Christoph Engel (Ökonom Endler), Joachim Tomaschewsky (Prof. Vesely). *Nach beruflichen Enttäuschungen bekommt ein fast vierzigjähriger Architekt erstmals einen großen Auftrag: er soll das kulturelle Zentrum in einem Berliner Neubauviertel verwirklichen. Das ständige Misstrauen der Vorgesetzten jedoch verhindert eine fantasievolle, schöpferische Arbeit und ein menschengerechtes Bauen. Ein Film, der die Erlebnisse und Erfahrungen der jüngeren DDR-Generation gleichnishaft bündelt und mit der Agonie des Spät-Stalinismus abrechnet. Noch vor dem Sturz Honeckers konzipiert, kam der hochbrisante, melancholische Film, ein Abgesang auf die DDR, erst nach dem Mauerfall ins Kino, wodurch er das Publikum nur noch partiell erreichte.
Langinhalt
Gerade als das gesellschaftliche Gefüge der DDR auseinander bricht, erhält der Filmemache Peter Kahane die Drehgenehmigung für seinen Film DIE ARCHITEKTEN. Unweigerlich wird der Spielfilm zu einem Dokument des Umbruchs, das Bilder vom Alltag der DDR in ihren letzten Zügen festhält.
Die Erfahrung von Geschichte als Ansammlung unzähliger Momente, Alltagsszenen und unvorhersehbarer Entwicklungen, die sich nicht linear entfalten, sondern irgendwo zwischen Vergangenem und Zukünftigem zu verorten sind, bestimmte sowohl das Sujet als auch im ganz konkreten Sinne die Stoffentwicklung und die Dreharbeiten von Peter Kahanes Spielfilm DIE ARCHITEKTEN, der nahezu elegisch die Stimmung innerhalb der DDR kurz vor dem Umbruch zu vermitteln vermag.
Es gibt nur wenige Filme, in denen sich die Fiktion in so hohem Maße zum Zeitdokument wandelt, da der Film durch die geschichtlichen Ereignisse von einem Gegenwartsfilm in einen Vergangenheitsfilm transformiert wurde. DIE ARCHITEKTEN ist ein Film zwischen den Zeiten – angelegt als Zustandsbeschreibung und ausgesprochen direkte und unverschleierte Auseinandersetzung mit dem täglichen Leben in der DDR wurde er durch die im Sommer 1989 einsetzende Ausreisewelle und den Fall der Mauer zum Memento Mori eines untergehenden Staates.
Daniel Brenner, ein Architekt Anfang vierzig, erhält nach einer langen zur Untätigkeit verdammten Zeit die Chance seines Lebens, wie er zumindest in der ersten Euphorie glaubt. Innerhalb eines Neubaukomplexes soll ein Einkaufs- und Kulturzentrum erbaut werden, und er wird als leitender Architekt mit dem Projekt betraut. Es ist ihm sogar gestattet, sein Team selbst zu bestimmen.
Als er mit sechs Architekturkollegen das Projekt beginnt, gestalten sie, in der Hoffnung ihre Vision des Projekts umzusetzen, einen Entwurf, doch nach und nach bleibt nach unzähligen Gremien und Einwänden nichts von der anfänglichen Idee erhalten. Brenner wird vom Gestalter eines innovativen Architekturentwurfs mehr und mehr in die Rolle eines Mittlers gedrängt, der sich in Zugeständnissen verfängt und letztlich seine Familie verliert. Während er zwischen den Fronten zerrieben wird, entgeht ihm, wie sehr seine Frau unter der Lethargie und fehlenden Perspektive innerhalb ihres Alltags leidet. Sie verliebt sich in einen Schweizer Freund und verlässt zusammen mit Wanda, der gemeinsamen Tochter, die DDR.
Autofahrten durch ein trist erscheinendes Ostberlin, die Abschiedsszene vor dem Tränenpalast, als Brenners Frau und Tochter aus seinem Blickfeld verschwinden, aber auch ein kleines Fest in einem Berliner Hinterhof berühren und verdichten sich aus heutiger Perspektive zum melancholischen Bild einer entschwundenen Welt.
Das berufliche Umfeld, in dem Kahane seine Geschichte ansiedelte, war sehr klug gewählt, da er aus eigener Erfahrung genau wusste, wovon er spricht. Die innerhalb der Defa enstandenen Filme gehorchten wie die städtebaulichen Pläne des Systems ähnlichen Gesetzen, als beide Tätigkeitsbereiche dem Kulturbild und den ideologischen Vorgaben des Staates unterworfen waren: Unzählige Gremien mussten durchstanden werden, Auseinandersetzungen mit der Zensur-Behörde gehörten zum Alltag. Umso erstaunlicher erscheint es, dass der Film überhaupt in dieser Form akzeptiert wurde. Mitte der 1980er Jahre begann Kahane mit der Konzeption des Drehbuchs, doch erst im Winter 1988 erhielt er endgültig die Drehgenehmingung und musste weitere Verzögerungen hinnehmen. Sicherlich lag es am sich abzeichnenden spürbaren Umbruch innerhalb der Gesellschaft, dass selbst die Defa bereit war, einen solchen Film zu realisieren.
Peter Kahane
Doch als Kahane im September 1989 mit den Dreharbeiten begann, sah er sich plötzlich mit den im Straßenbild sich abzeichnenden Umwälzungen innerhalb der Gesellschaft konfrontiert und vor die Herausforderung gestellt, noch Bilder für eine Geschichte zu finden, die von der Gegenwart regelrecht überrollt wurde. In DIE ARCHITEKTEN kann man wie wohl in kaum einem anderen Spielfilm dieser Zeit erspüren, was die mentalen und atmosphärischen Vorraussetzungen waren, die zu den Montagsdemonstrationen in Leipzig geführt haben. Dass der Lauf der Geschichte nicht nach linearen Gesetzen verläuft sondern ihre eigene Dynamik entfaltet, kann man in diesem Film nachfühlen, der, mitten in einen Prozess des Wandels, des Umbruchs und der Veränderung geratend, eine untergehende Welt dokumentiert und gleichzeitig ein Stimmungsbild liefert, das die kommenden Ereignisse retrospektiv folgerichtig und doch auch immer noch unfassbar erscheinen lässt.
Man muss sich fragen, warum der Film erst 13 Jahre nach Fertigstellung im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auch das hat sicherlich mit dem Geschichtsbild zu tun, das man wiederrum im vereinigten Deutschland als richtungsweisend bevorzugte
Ausstellung und Filmreihe.
»Die Mörder sind unter uns« Drama, schwarz-weiß, Deutschland 1946, 85 Min., Regie: Wolfgang Staudte
»Die Mörder sind unter uns« Drama, schwarz-weiß, Deutschland 1946, 85 Min., Regie: Wolfgang Staudte, Buch: Wolfgang Staudte, Darsteller: Hildegard Knef (Susanne Wallner), Erna Sellmer (Frau Brückner), Arno Paulsen (Ferdinand Brückner), Ernst Wilhelm Borchert (Dr. Mertens), Christian Schwarzwald (Otto). *Der erste deutsche Nachkriegsfilm überhaupt (Drehbeginn: Mai 1946) und zugleich die erste Produktion der DEFA (vor deren Gründung Staudte bereits in Eigeninitiative tätig wurde): In der Berliner Trümmerlandschaft begegnet ein ehemaliger Unterarzt, den das Kriegserlebnis quält, jenem Hauptmann wieder, der zu Weihnachten 1942 an der Ostfront in Rußland die Erschießung von Frauen und Kindern veranlaßte. Inzwischen läßt der Mann als Fabrikant aus Stahlhelmen Kochtöpfe pressen und feiert sein Weihnachtsfest als biederer Familienvater ohne eine Spur von Schuldbewußtsein. Der empörte Arzt greift zur Pistole, doch seine Geliebte, eine Verfolgte des Nazi-Regimes, hält ihn von der Selbstjustiz ab. In ausdrucksstarkem Helldunkel gefilmt, ist Staudtes Arbeit, wenngleich symbolüberfrachtet, einer der wenigen deutschen "Trümmerfilme", der eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Schuld und Gewissen sucht. -
http://www.fraengerinstitut.de/veranstaltungen/2011-freiheit-und-zensur.php
Best Theatersport in town, bei schönem Wetter draussen!
Wenn das Wetter mitmacht, werden sich unsere Improvisateure nach draussen wagen und ihren frühlingshaften Gefühlen freien Lauf lassen. In was das dann mündet, ob Krimi, Drama oder Love Story, hängt wie immer vom Publikum ab.
Eintritt: 9€, 6€ ermäßigt
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»Ich war neunzehn« Drama, schwarz-weiß. DDR 1967,120 Min., Regie: Konrad Wolf
"Freiheit und Zensur.Filmschaffen in der DDR zwischen Anpassung oder Opposition". Ausstellung und Filmreihe.
Im Weltecho wird vom 15.05. bis 20.05. die Ausstellung: "Freiheit und Zensur.Filmschaffen in der DDR zwischen Anpassung oder Opposition." zu sehen sein. Anhand ausgewählter DEFA-Filme aus der staatlichen DDR-Filmproduktion wird jüngere deutsche Geschichte (1946-1990) und die Einflussnahme der DDR-Politik auf Film, Kultur und Gesellschaft dargestellt und aufgearbeitet. An jedem Abend wird ein anderer Filmklassiker wie z.B. "Die Spur der Steine" oder "Berlin Ecke Schönhauser" gezeigt.
»Ich war neunzehn« Drama, schwarz-weiß. DDR 1967,120 Min., Regie: Konrad Wolf, Buch: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase, Darsteller: Jaecki Schwarz (Gregor), Wassili Liwanow (Wadim), Alexej Ejboshenko (Sascha), Galina Polskich (Sowjetisches Mädchen), Jenny Gröllmann (Deutsches Mädchen), Michail Glusski (General), Rolf Hoppe (Major). *Ein emigrierter Deutscher kehrt 1945 als Leutnant der Sowjetarmee in seine Heimat zurück und versucht, Antworten auf Fragen nach Vergangenheit und Gegenwart zu finden. Der nach Erinnerungen Konrad Wolfs facettenreich in Episoden gestaltete Antikriegsfilm beschreibt ohne Pathos und Larmoyanz die Schrecken des Krieges und macht die Schuld der Deutschen deutlich. Dabei bemüht er sich um ein Höchstmaß an Authentizität, verzichtet auf Idealisierungen und stellt Menschen mit ihren Eigenheiten und Schwächen dar. Trotz der parteilichen Emotionalität bleibt genügend Raum für eigene Assoziationen.
Der Zauberer von Oz - Eske Bockelmann und Burkhard Müler lesen aus L. Frank Baums inzwischen hundert Jahre altem Buch, das für Kinder ebenso fesselnd ist wie für Erwachsene.
Dororothy, die unbedingt heim will nach Kansas; die Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, der furchtsame Löwe, der keinen Mut hat, der eiserne Holzfäller, dem ein Herz fehlt: Sie alle setzen ihre letzte Hoffnung auf den großen und schrecklichen Oz, den Zauberer in der Smaragdstadt. Die böse Hexe des Ostens und die böse Hexe des Westens machen es ihnen nicht gerade leicht dabei.
Es geht um Sex und Liebe. Und um Lebendigkeit. Valerie Habicht-Geels und Alexander Fabisch spielen sich die Seele aus dem Leib und den Leib von der Seele. Spielfreude und Verwandlungslust auf engstem Raum.
»Reigen« von Arthur Schnitzler
Zehn Begegnungen, zehn Dialoge: zehnmal wilder, heimlicher, wütender, schüchterner und ängstlicher Sex. Zwei Schauspieler, die sich die Frage stellen: »Was – zum Teufel – ist eigentlich die Liebe? Was steckt hinter dem Begriff? Alles nur Chemie, eine Frage der Genetik oder ein marktwirtschaftliches Prinzip?«. In einer Welt, die pornographisch und prüde zugleich ist, in der Liebe und Lust zur Ware, Sex zum Leistungssport und Liebe eine Frage des Netzwerkens geworden ist,lassen wir uns von Liebesabenteuer zu Liebesabenteuer im Reigen treiben und beobachten die Menschen auf der Suche nach dem nächsten Kick und ein bisschen Liebe, um die Einsamkeit für einen kurzen Moment vergessen zu können.
Arthur Schnitzlers berühmte Vorher-Nachher-Koitus-Dialoge werden von Valerie Habicht-Geels und Alexander Fabisch gespielt, die zugleich auch alle zehn Personen des Stückes verkörpern. In der
Inszenierung von Christian Hanisch folgt der Zuschauer den beiden durch eine Welt voller(Un)zweideutigkeiten, lacht, weint und leidet mit ihnen, um am Ende die Frage beantworten zu
können: »Was – zum Teufel – ist eigentlich die Liebe?« oder auch nicht.
Regie: Christian Hanisch
Schauspieler: Valerie Habicht-Geels und Alexander Fabisch
Dramaturgie: Karsten Kriesel
Fotos: Hannes Fuhrmann/ Karsten Kriesel
Koproduktion von: DAS ÜZ, De lekkere Compagnie und Cammerspiele Leipzig
Bei schönem Wettter draussen!
Hier erlebt ihr die wilden und gefährlichen Reisen eines Mannes der Sindbad genannt ward. Mit einem Schiff fährt er von Bagdad aus los um Reichtum zu erwerben, jedoch findet er nur Ungemach und Aufregung und nasse Kleider. Mehrfach dem Tode nah, windet er sich doch immer wieder heraus aus den aussichtslosesten Situationen. Vielleicht hat ja auch der Herr Allah da seine Fingerchen im Spiele? Das weiss man nicht so recht. Jedoch den Weg nach Hause zu finden, ist eine schwierige Sache und das Schicksal immer nur ein dummer Zufall. Wird er es schaffen, oder wird er geschafft. Das ist hier die Frage. Haltet euch also gut fest und bringt starke Nerven mit, das Meer tobt und tost und ist unberechenbar. Schwimmwesten sind auch eine gute Maßnahme um nicht im Strudel der Geschichte unterzugehen.
Gespielt wird mit dem heldenhaftesten Material das es überhaupt gibt, nämlich Pappe und Papier.
Spieldauer ca. 45 min
Eintritt: 5€, 3€ ermäßigt
nach dem Reisetagebuch von Julianna Herzberg
Ein bewegendes Plädoyer gegen Wahnsinn und Willkür des Krieges, wo immer er stattfindet.
Würden Sie in ein Kriegsgebiet reisen, um einen Freund zu besuchen?
Anna tut es. Sie bricht auf in ein Land, dessen Stempel sie in keinem Pass gesehen hat und das sie nur als Phantom aus den Nachrichten kennt: Palästina.
Sie besucht Said und seine Familie, um sich ein Bild vom Leben dieser Menschen zu machen. Doch sie fährt mitten ins Krisengebiet: Israel befindet sich im Krieg mit der libanesischen Hisbollah. „Wenn Du etwas verstehen willst, komm jetzt“ hat Said gesagt. Und die junge Frau aus Deutschland fährt.
Mitten im 33-Tage-Krieg erlebt sie den tief verwurzelten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern am eigenen Leib: beim stundenlangen Warten am Checkpoint, während eines Spazierganges durch die Trümmer von Jaffa, auf den Straßen von Jerusalem.
Unter dem Eindruck täglicher Bombenangriffe versteht sie nicht nur den Wunsch ihres Freundes das Land zu verlassen, sondern auch das Ringen der Palästinenser um eine eigene Identität und einen eigenen Staat.
Es handelt sich um einen verblüffender Monolog, in dem die Erinnerung der Figur Anna jene Schauplätze wiederbelebt, die sich tief in ihr Gedächtnis gegraben haben. Durch die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Anna und Said, bleibt etwas, das sich trotz Krieg und Hass, seinen Weg in die Herzen bahnt...
"Das Stück geht an die Nieren, unter die Haut und berührt emotional" (DNN, 30.9.2010)
Regie: Veronika Steinböck
Spiel: Julianna Herzberg
Dramaturgie: Franziska Fuhlrott



