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Do. 29.08.2024 20:00 Uhr
Cafe

Sunswept Sunday

Daniel Kartmann – drums, hackbrett, cornetto & Torsten Papenheim – guitar, melodica, percussion

Filigran und fast wie durchsichtig scheinen die Duke Ellington- & Billy Strayhorn-Interpretationen der beiden deutschen Musiker. Die ausgewählten, selten zu hörenden Stücke stammen mehrheitlich aus den 50er und 60er Jahren. Der swingende Big Band-Sound des Klangmagiers Ellington wird von Kartmann & Papenheim in kleine, zarte Miniaturen verwandelt. Klangfarbe, Timbre, Sound werden zu musikalischen Widerhaken geformt, die dann ein größeres Ganzes evozieren. Wie Kippbilder hört man bei Halfway To Dawn immer nur einige Aspekte der Komposition, aber das
sind die wesentlichen. Geschmacks- und stilsicher, klug, mit großer Empathie gemacht. Chapeau!
Ernst Mitter, freiStil, Austria

Die Gitarre stöhnt wie ein seltsames Tier zur monotonen Dulcimer, die Töne klingen wie von Wüstensonne verstimmt, doch Jolly Jumper setzt unverdrossen einen Huf vor den andern. Ob sich Ellington in diesem Zerrspiegel wiedererkannt hätte? Amüsiert hätte es ihn allemal, wie da zwei Europäer an seinen Pferdeäpfeln picken, wie sie nach seinem Vordruck blau machen, wie sie mit hinkendem Tritt und von Flöhen geplagt immerhin eine kleine Melodie mit heimbringen. Melodica und gezinkte Trübsal erklären Happiness für ziemlich überschätzt. Das Geld kreist unter denen, die es haben, die Gitarre kommentiert das bluesig dissonant. Die Dulcimer plinkt trauervoll, die Gitarre jault als kleiner krummer Hund, die Melodica seufzt um Romeo und Julia, zum mitseufzen schief und schön. Dass es nach dem melancholisch-melodischen Cornetto beim schlendernden ‚Sunswept Sunday‘ mit gepfefferter und pikant verquirlter Gitarre und animierter Dulcimer uptempo zu Ende geht, ist nur die letzte von einigen Überraschungen.
Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, Germany

„Halfway To Dawn“ atmet nicht durchweg Jazz, ich höre wüstenhafte GitarrenSounds, einiges, das durchaus an Rockmusik erinnert, aber auch zärtliche (und passenderweise etwas zittrig gespielte) Bläsermelancholie, dann wieder Dinge, die ganz gut an die Releases auf Papenheims legendärem Label „Schraum“ anschließen, selbst dass Kartmann in Siebenbürgen mit der dortigen Volksmusik aufwuchs, findet seinen Widerhall (v.a. natürlich im Hackbrett-Spiel). Doch jeder wird wohl seine eigenen Assoziationen zu den acht Stücken entwickeln; Stücken, die genauso intensiv wie zurückgenommen sind und deshalb noch lange in stiller Schönheit leuchten.
Karsten Zimalla, Westzeit, Germany