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Do. 12.11.2020 20:30 Uhr
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PEUKER8

Seit er vor fünf Jahren mit „Resound“ sein erstes Peuker8-Album vorgelegt hat, wird der Wahlberliner Paul Peuker als eine der originellsten Stimmen eines neuen deutschen Jazz wahrgenommen. Der junge Gitarrist und Komponist denkt in ebenso außergewöhnlichen wie einfallsreichen Konzepten und hat mit seiner konstant gebliebenen Großformation in den Grenzbereichen von Jazz, Klassik und Progressive Rock eine markante eigene Stimme gefestigt. Hier bricht einer auf – raus aus der Eindimensionalität der Genres.

Dabei hat seine Kunst wenig zu tun mit Gunther Schullers Third Stream, der einst akademischsten und improvisationsfernsten Spielart des Jazz. Peukers Musik ist eingängig, vital, facettenreich und alles andere als eine starre Kopfgeburt. Ihm geht es um agile Leichtigkeit, mit der er ein Jazzquintett mit Gitarre, Piano, Altsaxofon, Bass und Schlagzeug mit Viola, Cello und Violine in einer Weise verzahnt, in der das vermeintlich klassische Streichertrio nicht als bloßer Geschmacksverstärker addiert ist, sondern vollkommen gleichberechtigt in die kompositorischen und improvisatorischen Vorgänge eintritt. Sein Großaufgebot agiert und reagiert als verblüffend beweglicher Organismus.

  • Elisabeth Coudoux
  • Alina Gropper
  • Florian Lauer
  • Marius Moritz
  • Paul Peuker
  • Clemens Pötzsch
  • Eugen Rolnik
  • Filip Sommer
  • Mark Weschenfelder

“Die Instrumentierung gibt Peuker die Möglichkeit, seine kompositorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und gleichzeitig sein feines Gespür für improvisierte Musik zu zeigen. […] Schöne Kompositionen, musikalisches Abenteuer, komplexer Rhythmus, melodischer Einfallsreichtum, leuchtende Soli: Influx hat alles. Die Musik hat Energie, kennt gedämpfte Momente und klingt verspielt. Außerdem versprüht es Spaß. Ein vielseitiges und abwechslungsreiches Album.” Gert Derkx, opduvel.com

“[Paul Peuker] bestätigt einmal mehr den Verdacht, kein “normaler” Jazzgitarrist zu sein, sondern ein ziemlich genialer Individualist, der mit seinem Oktett die stilistischen Genres zusammenkomponiert kriegt wie kein Zweiter. […] Ja, das sind Synthesen, und sie funktionieren tatsächlich und äußerst überzeugend, als Assimilation von Genre-Teilen, in denen das je Genre-Typische noch erhalten und erkennbar bleibt. […] Das ist eine Meisterleistung. Und Paul Peuker auf bestem Wege bergan in den Olymp der wahrhaften Neuerer.” Alexander Schmitz, Jazz Podium (4/2018)

Peuker8 ist in der kurzweiligen Fusion der Stile weit jenseits des bloßen Modern-Jazz- Kontextes etwas sehr Besonderes, eine potenzielle Festivalband, die mit flüssiger, nicht aufgesetzter Tiefenschärfe besticht. Paul Peuker hat auf seinem dritten Album mit Peuker8 seine dringliche und temperamentvolle Kunst, kurzweilig für verschiedene Stimmen und Instrumente zu arrangieren, mit beeindruckender Konsequenz weiterentwickelt und vervollkommnet. „Radiance“ ist ein Konzeptalbum. Leitmotive kehren immer wieder, und der mit „Glanz“ oder „Ausstrahlung“ zu übersetzende Titel bringt es auf den Punkt. Diese Musik ist durchzogen von einem inneren Leuchten, von einer anstrengungslos wirkenden Spontaneität gleichberechtigter Stimmen, die sich verzahnen, emporschweben und erstrahlen. Peukers Kunst braucht dazu nicht den schnellen Effekt oder die sich anbiedernde Geste. Sie stemmt sich gegen die Verkürzung und Simplifizierung der Klicks und des Zappings, um dagegen ein Denken in größeren Bögen und Entwicklungen, etwas Nachhallendes, tiefer Gehendes zu kreieren. Wer will, kann Spurenelemente der skandinavischen Großformationen Trygve Seims finden, Verweise auf Henryk Góreckis 3. Sinfonie oder Gustav Mahlers orchestrale Breitwandbilder, auf dessen Zweite sich hier mit einem abgewandelten Text aus „Des Knaben Wunderhorn“ bezogen wird. Mit der zweimaligen Integration des Baritons Konstantin Ingenpaß positioniert sich Peuker provokativ und thematisiert drängende Themen unserer Zeit: „sterbend nimmt die Welt unser Treiben wahr / jedoch wird sie es sein, die bleibt“ …

„Radiance“ ist ein Solitär. Mit über weite Strecken durchkomponierter, immer neu nach oben strebender Vitalität positioniert sich diese kraftvoll mahnende Musik neben jedem Mainstream. Ihre eingängige Sinnlichkeit büßt sie deswegen nicht ein. Im Gegenteil! Hymnisch drängend verzichtet diese Kunst auf einfache Antworten und formuliert Größeres, das den Hörer über den Moment hinaus in ihren Bann zieht.