
TACHELES X WELTECHO | Konzert: Sharon & Balbina
Im Rahmen unseres Programms TACHELES x WELTECHO im Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen beschäftigen wir uns mit der Vielfalt der jüdischen Popkultur – von Bob Dylan über Amy Winehouse und Peaches bis hin zu Haim, P!nk und Drake.
Dazu laden wir zu einem besonderen Konzertabend mit SHARON und BALBINA ein: Zwei außergewöhnliche Künstlerinnen zwischen Rap, Art-Pop und klarer Haltung. Sharon, israelisch-queere Rapperin aus Tel Aviv und Pforzheim, verbindet mehrsprachigen Hip-Hop mit Empowerment, rohem Storytelling und starkem Flow. BALBINA, bekannt für ihren cinematischen Art-Pop, schafft musikalische Welten zwischen Intimität und großer Bühne – ausgezeichnet, experimentell und kompromisslos eigen. Ein Abend zwischen Beats, Bildern und Perspektiven jenseits des Mainstreams.
Tickets
VVK: 20€ via rausgegangen oder City Tickets
AK: 25€
SHARON
Sharon ist eine israelische Rapperin, Songwriterin, Moderatorin und Voice Actress, deren Musik eine kraftvolle Mischung aus Oldschool-Vibes, persönlichem Ausdruck und klaren Worten ist. Ursprünglich aus Tel Aviv und based in Pforzheim, schreibt und produziert sie ihre Songs mit Leidenschaft und einem unerschütterlichen Sinn für Authentizität – und das mehrsprachig: vorwiegend auf Englisch, an und zu auch auf Hebräisch und Spanisch. Mit unverwechselbarem Flow bringt die MC ihre Skills mit spürbarer Präsenz und Haltung auf die Bühne.
Als 28-jährige queer Artist steht sie für Empowerment, Selbstliebe und künstlerische Eigenständigkeit. Ihre Texte sind roh, reflektiert und direkt – getragen von einem eigenen Sound, der Hip-Hop-Geschichte zitiert.
Mit drei EPs, einem Album und zahlreichen Auftritten – unter anderem bei Top Tier Takeover, als Support für Sookee und Amewu sowie auf ihrer eigenen BossLady Tour 2024 – hat sich Sharon seit ihrer ersten Veröffentlichung 2016 in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Ihr zweites Album steht bereits in den Startlöchern.
BALBINA
Die in Warschau geborene Musikerin BALBINA ist bekannt für ihren cinematischen Art-Pop Sound und sticht wohltuend aus dem Mainstream heraus: Wort, Bild und Ton gehen für die Künstlerin Hand und Hand, ihre Inszenierungen gestalten Wahrnehmungsräume, in denen ihre Melodien zu Hause sind. Dass ihre Nische keineswegs zu abseitig ist, sondern ein durchaus breites und interessiertes Publikum anspricht, beweist ihr Backkatalog: BALBINA hat vier Alben veröffentlicht sowie zwei EPs und tritt zumeist mit dem deutschen Filmorchester Babelsberg auf. Ihre im Februar `24 erschienene Single „Das Gefühl ist tot.“ gewährt erste Einblicke in den 2025 erwarteten vierten Longplayer „Infinity Tunes“.
„Das Gefühl ist tot.“, ihr erster Release seit vier Jahren, ist eine Hommage an die digitale Apathie, so BALBINA: „Alles, was ich beobachte, texte, formuliere, inszeniere, ist ein Versuch, die Gegenwart einzufangen. Oftmals leben wir, als seien wir unsterblich, wir planen Jahre im Voraus und merken nicht mal, wie schön der Sonnenuntergang gerade ist.“
2014 debütierte die Künstlerin mit der EP „Nichtstun“, ließ im selben Jahr ihr erstes Album „Über das Grübeln“ folgen und schaffte 2017 ihren Durchbruch mit dem Longplayer „Fragen über Fragen“. 2018 wurde BALBINA mit dem Deutschen Musikautorenpreis als „Beste Texterin“ ausgezeichnet. Danach setzte die Musikerin alles auf null: „Ich wollte frei sein. Mich aus Strukturen lösen, die mich zum ewigen Kampf herausforderten.“
Das Ergebnis war „Punkt.“, das dritte Album der Künstlerin: Schwermut über die schonungslose Vergänglichkeit des Seins trafen auf stimmgewaltige Emanzipationshymnen und bittersüße Konfrontation mit den eigenen Schwächen. Auf dem 2020 veröffentlichten Album sang sie erstmals nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch.
Das Album wurde erstmalig bei einem Auftritt in der ausverkauften Hamburger Elbphilharmonie präsentiert, bei dem BALBINA von ihren Bandmusiker:innen und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg begleitet wurde. Auch bei der außergewöhnlichen Hearing Experience unter der Kuppel des Berliner Zeiss-Planetariums, bei der die Musikerin mit Monologen und sphärischen Visuals beeindruckte, wurde klar: Mit „Punkt.” war BALBINA gereift und hatte zur bisher stärksten Version ihres Ichs gefunden.
Eine logische Entwicklung, denn Genre-Grenzen waren der Musikerin seit jeher völlig egal: „Ich glaube, im deutschsprachigen Raum wird viel in Schubladen gedacht, um Inhalte eindeutig abzugrenzen. Dabei lebt Kunst eigentlich von der Freiheit des Schaffens.“
BALBINA gilt in ihrer Vielseitigkeit– trotz oder gerade wegen ihrer anspruchsvollen Musik – als eines der vielversprechendsten Talente und immense Pop-Hoffnung in Deutschland, der das Vereinen von vermeintlichen Gegensätzen mit einer souveränen Selbstverständlichkeit gelingt – sie tourte mit Herbert Grönemeyer, war daneben auch Teil der Rap-Szene und performte mit Die Atzen.
„Früher habe ich mein Kreatives durch Instanzen kämpfen müssen, damit es unversehrt beim Zuhörer ankommt”, sagt BALBINA. Das ist Geschichte – längst hat sie sich als ihre eigene Chefin etabliert.
Um ihren neuen Release-Zyklus auch live einzuläuten, lädt die Künstlerin 2025 ein zu zwei larger than life-Shows mit neu kreiertem Bühnenbild, Kostümen und Orchester – eine in Berlin in der Philharmonie, die andere in Hamburg in der Elbphilharmonie – denen es dank BALBINAs Mindset an Subtilität inmitten der Grandezza nicht mangeln wird.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.