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Fr.. 05.06.2026 20:00 Uhr
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SINEM (Anadolu Post-Punk / München)

Sinem

beschwört den Geist der She-Punks und bewegt sich mit echsenhafter Bestimmtheit über die Bühne, als wäre ihr Name Iggy Türkpop. Und dieses Determinierte wohnt nicht nur in jeder Bewegung, sondern auch in ihrem Gesang.
Wer Sinem länger kennt, den beschleicht das Gefühl, dass dieses Leben bisher gelebt wurde, damit genau das stattfindet, was jetzt unsere Glieder durchfährt: Musik!

Und wie es sich mit Determination verhält – sie bleibt die längste Zeit undurchsichtig.
Bis vor kurzem war Sinem überhaupt keine Band, sondern so etwas ein organisatorischer Aktivposten im Hintergrund des Münchner Untergrunds. Es ist ja auch noch nicht allzu lange her, dass die Kinder der Menschen, die damals zum Arbeiten nach Deutschland kamen, ihre mindestens zwei Identitäten selbstverständlich zusammenführen. Sie sind „geteilt in zwei Welten“, wie Ozan Ata Canani in seinem Jahrhundertsong „Deutsche Freunde“ feststellt.

So ergeht es auch Sinem Arslan Ströbel, die auf dem Land in Oberbayern aufwuchs und an ihrem Gymnasium die Einzige mit türkischen Wurzeln war. „Das macht etwas“, sagt Sinem, und das können wir uns gut vorstellen. Viele Immigranten kennen das Phänomen, mit zwei verschiedenen Musikgeschmäckern zu leben: einem privaten und einem, den man in der Öffentlichkeit vor der Mehrheitsgesellschaft auslebt. Sinem beschreibt es so: „Alles musste so übertrieben deutsch sein. Man musste deutscher sein als die Deutschen selbst, ordentlich gekleidet sein, gute Schulnoten haben und so weiter. Und die türkische Seite kam immer zum Vorschein, wenn wir einmal im Jahr in die Türkei reisten. Da habe ich es gespürt: Okay, da ist eine starke Sehnsucht, vielleicht sogar Heimweh.“ Aber jetzt fügt sich alles zusammen. Der mit Anadolu Rock bestückte Plattenschrank der Familie war ein Bindeglied zwischen diesen Welten für Sinem. „Dass es eine politische Dimension hat, diese Musik zu hören, war mir da noch gar nicht bewusst – als Menschen wie Selda Bağcan, Cem Karaca oder Barış Manço für Ihr junges ich noch Unbekannte waren.

Sinem verbindet 80er Jahre New Wave Erinnerungen, arabeske Rhythmen, minimalistische Synthesizerbässe, elektronische Klänge, rohe Gitarren und türkische Gesänge.
Das Trio besteht aus Sinem, Tagar (Friends Of Gas) und Tom Wu (What Are People For, The Hidden Cameras, Hans Platzgumer).

Mit “Köşk“ erschien am 24.01.2025 das Debütalbum bei Fun in the Church. Jetzt steht ein neuer Tonträger in den Startlöchern.

https://www.instagram.com/sinem_band/
https://www.youtube.com/watch?v=L7TcLsPHRwU&list=RDL7TcLsPHRwU&start_radio=1